Mädchenriegen reisen ans Eidgenössische

von Nicole Schneeberger | im Juni

Als Leiterin der Mädchenriege weiss ich, dass unsere Breitensportriege selten an Wettkämpfen teilnimmt. Jede Teilnahme bedeutet für uns Leiter:innen einen erheblichen Zusatzaufwand. Das Training für die gemeldeten Disziplinen lässt sich dabei noch gut bewältigen – die organisatorische Seite hingegen bringt uns oft ans Limit: Anmeldung, Administration, die Suche nach Helfer:innen und Kampfrichter:innen machen die Vorbereitung anspruchsvoll.
Das Eidgenössische Turnfest ist eines der grössten Ereignisse der Schweizer Turnszene – für uns stand fest, dass unsere Mädchen diese Erfahrung unbedingt machen sollten. Wir wollten ihnen zeigen, wie intensiv und eindrücklich ein solcher Anlass sein kann. Dabei war es uns wichtig, dass auch die Kleinen, genau wie die Grossen, einmal auswärts übernachten und das Gemeinschaftsgefühl voll auskosten können.

Juhuiii – wir, die Mädchenriege Wädi & Au, starten voller Vorfreude ins Turn-Abenteuer am Eidgenössischen Turnfest in Lausanne!
Schon die Anreise war wie ein Training. Am HB Zürich beim Umsteigen mit Riesenrucksäcken sagt unsere Leiterin: "Wir sind der Turnverein – wir nehmen die Treppe!" Ähm... okay.
Im Zug wurde es dann lustig. Wir spielten Stadt-Land-Fluss, machten Pantomime, Uno und natürlich... Tanztraining im Gang! Unsere Rucksäcke waren voll mit Snacks – die mussten dringend alle probiert werden!
In Lausanne angekommen: Überraschung! Die Metro fährt nicht. Also hiess es: alles zu Fuss bis Ouchy. Tapfer stapften wir unter der heissen Sonne zur Unterkunft. Dort freuten wir uns auf weiche Turnmatten zum Schlafen – aber ähm... es war eher so ein Yogamätteli-Style. Na gut, wir sind ja hart im Nehmen. Schlafsack ausrollen, Plüschtierli platzieren, Pyjama bereitlegen – bereit fürs grosse Abenteuer. Bevor es dunkel wurde, ging's aber nochmals los. Auf der Suche nach dem Festgelände. An der Seepromenade im Coop-Village gab's aber sooo viel zu entdecken! Fangis im STV-Parcours, Wettbewerbe, Fotobox, Postiwägeli-Rennen, Klettern – und natürlich wollten wir auch ins Wasser hüpfen! 
Der Hunger meldete sich lautstark, also bestellten wir kurzerhand 25 (!) Pizzas bei der Pizzeria gegenüber. Danach genossen wir noch den Sonnenuntergang am See. Die Party? Haben wir nicht gefunden, aber trotzdem jede Menge Spass. Aber jetzt ab ins Bett. Aber das Licht in der Turnhalle wollte einfach nicht ausgehen. Die Nacht war... sagen wir mal: kurz und knackig.

Am nächsten Morgen, frisch frisiert und mit gepackten Rucksäcken, ging's weiter. Schnell noch was essen – dann ab an den Wettkampf! Pendelstafette, Weitsprung und Hindernislauf: wir gaben alles und holten die super Note 8.6! 🎉Nach dem Schwitzen kam die wichtigste Frage: "Wann dürfen wir wieder ins Coop-Village?" 😄 Bevor es heimwärts ging, räumten wir noch Preise ab, kletterten um die Wette und – ganz wichtig – machten eine mega Wasserschlacht! 💦 Natürlich mussten auch noch unsere Vorräte aufgefüllt werden und kauften den Coop leer.
Im Zug hofften unsere Leiterinnen auf müde Kinder... Ähm, nö. Wir hatten noch Zucker, Energie und Lust auf Party! Sogar eine Bolognese-Tanzparade durch den Wagon gab's noch. Mit den schweren Rucksäcken auf dem Schultern stiegen wir tanzend am HB um und zeigten mit einem Stubäte Gäng Konzert allen wie wichtig das Fest im Wort Turnfest ist. Mit dem Lied "We Are the Champions" verlassen wir den Zug in Wädenswil und begrüssen unsere wartenden Eltern. Im Gepäck? Tausend Erinnerungen, ganz viel Spass und ein Versprechen:
Tessin 2031 – wir kommen!