Erfolgreiche SM für die Kunstturnerinnen

von Pia Staub

3 Turnerinnen des Turnvereins Wädenswil haben am Wochenende vom 12. und 13. Juni an den Junioren-Schweizermeisterschaften im Damenkunstturnen in Obersiggenthal teilgenommen. Alia Bolliger gewinnt im Programm 2 (P2) die Goldmedaille. Im Programm 3 (P3) turnt Anouk Portmann auf den zweiten Platz und Madleina Schürmann erzielt den ebenfalls guten 13. Platz.

Die Turnerinnen im P3 standen am Samstag im Einsatz. Nachdem Anouk bereits an sämtlichen Qualifikationswettkämpfen dieser Saison auf dem Podest stand, startete sie klar als Favoritin in die Junioren-Schweizermeisterschaft. Dennoch liefen die letzten Wettkampfvorbereitungen nicht optimal und Anouk zweifelte vorerst an ihren Kraftreserven für einen kompletten Mehrkampf. Der Sprung als Startgerät kam ihr aber entgegen. Am Sprung müssen alle Mädchen zwei Sprünge zeigen wovon der erste ein Überschlag ist und der zweite frei gewählt werden kann. Anouk gelang der Überschlag einwandfrei. Als zweiten Sprung entschied sie sich für den schwierigen Tsukahara, ein Rondat mit 1.5fach Salto rückwärts, welchen nur wenige Turnerinnen im P3 beherrschen. Auch diesen führte sie perfekt aus. Nach diesem erfolgreichen Start lief es Anouk am Barren nicht wunschgemäss und sie musste sogar einen Sturz einstecken. Den Abzug dafür konnte sie aber dank einer sehr sauberen Ausführung der restlichen Elemente teilweise kompensieren. Nach diesem Patzer zeigte Anouk mentale Stärke und konnte am folgenden Gerät, dem Schwebebalken, ihre gewohnte Leistung abrufen und wertvolle Punkte aufholen. Am Boden, dem letzten Gerät des Wettkampfes, gelang ihr eine weitere solide Leistung. Die mit viel Eleganz vorgetragene Übung wurde ebenfalls mit einer hohen Note belohnt. Das Schlussresultat von 51.825 Punkten reichte für den zweiten Platz, wobei sie die Goldmedaille nur knapp verpasste. Mit zwei Teamkolleginnen aus dem Kanton Zürich konnte sich Anouk aber zusätzlich die Goldmedaille im Mannschaftswettkampf sichern. Anouk selbst kommentierte ihr Leistung nach dem Wettkampf so: „Im ersten Moment war ich nach der super Qualifikation etwas enttäuscht über den 2. Rang, doch mittlerweile bin ich zufrieden und glücklich über meine ersten beiden Schweizermeistermedaillen.“

Madleina startete als eine der jüngsten Turnerinnen zwar als Aussenseiterin aber dennoch mit grossen Chancen in den Wettkampf. Die Trainings liefen während der ganzen Saison sehr gut und sie beherrscht selbst die schwierigen Elemente einwandfrei. Sie hatte jedoch an den Qualifikationswettkämpfen wiederkehrend mit Nervosität zu kämpfen, welche sie nicht immer ihre volle Leistung abrufen liess. Auch sie starte am Samstag am Sprung. Der Überschlag wie auch der von ihr gewählte Rondat als zweiten Sprung, gelangen Madleina sehr gut und nach diesem ersten Gerät war noch alles offen. Am Barren, Madleinas Lieblingsgerät, setze erneut die Nervosität ein und sie konnte die Übung nicht ganz so sauber präsentieren wie in den Trainings. Das kostete sie wertvolle Punkte. Am Balken entschied sie sich die schwierige Kombination Flick-Flick zu zeigen. Nur wenige Turnerinnen im P3 beherrschen dieses Element, daher wird es auch mit kostbaren Bonuspunkten belohnt. Sie startete souverän und turnte sehr schön und konzentriert. Und trotz eines Sturzes, erzielte sie eine der höheren Noten an diesem Gerät an dieser Meisterschaft. Auch das Schlussgerät Boden meisterte Madleina mit Bravour. Sie turne mit sehr viel Eleganz und Ausdruck eine saubere Übung. Im Vergleich zu den Qualifikationswettkämpfen konnte sie sich gleich um mehrere Plätze verbessern und beendete die Junioren-Schweizermeisterschaften auf dem guten 13. Platz. Nach dem Wettkampf meinte Madleina: „Im ersten Moment war ich sauer über mich selbst, da ich den Barren sonst sehr gut beherrsche und ausgerechnet an meinem Lieblingsgerät scheiterte. Trotz allem bin ich aber sehr stolz auf meine Leistung“.

Alia Bolliger mit zwei Goldmedaillen im Programm 2

Am Sonntagvormittag galt es dann für Alia im P2 ernst. Sie freute sich schon die ganze Woche auf den Wettkampf und trainierte sehr fokussiert, damit es ihr gelingen möge, ihre starke Qualifikationsleistung (Rang 2) an den Schweizermeisterschaften zu bestätigen. Kurz vor Start kam dann aber trotzdem noch etwas Nervosität auf. Auch sie startete am Sprung, was ihr entgegenkam und einen guten Start in den Wettkampf ermöglichte. Am zweiten Gerät, dem Barren, gelang ihr ihre Übung perfekt. Sie erreichte die Tageshöchstnote und legte damit das Fundament für den Sieg. Weiter ging es am Balken wo nochmals kurz Nervosität aufkam. Dies zeigte sich in der etwas zittrig ausgeführten Übung. Aber sie konnte alle Elemente austurnen und einen Sturz verhindern. Am Boden lief Alia dann nochmals zur Höchstform auf. Sie turnte mit viel Ausdruck, sauberen Ständen und schönen Akrobatikelementen. Der Sieg war ihr damit sicher. Die ersten Turnerinnen gratulierten ihr bereits nach Beendigung der Bodenübung zum Schweizermeistertitel. Aber so richtig realisierte Alia ihren Sieg erst, als sie bei der Siegerehrung auf das Podest gerufen wurde. Und dort musste sie dann auf dem obersten Treppchen sogar mit den Tränen kämpfen. Im Anschluss durfte sie gleich noch eine weitere Goldmedaille in Empfang nehmen. Denn zusammen mit zwei Teamkolleginnen aus dem Kanton Zürich gewann sie auch den Mannschaftswettkampf. Stolz sagte sie nach der Siegerehrung: „Jetzt gibt es in unserer Familie zwei Schweizermeister, denn mein Grossvater gewann in den 70 Jahren mit dem HC La Chaux-de-Fonds eine Eishockey Schweizermeisterschaft. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich dieses grosse Ziel nun auch erreicht habe“.

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