Zürcher Kantonalmeisterin 2015 im Kunstturnen

„Es hat mich gepackt und nie mehr losgelassen“

Oft ist sie nahe dran, aber ganz nach vorne hat es erst gereicht, als Janine Hitz gar nicht mehr daran glaubte. Anfangs Mai gewinnt die 21jährige Agrarwissenschaftsstudentin in Bonstetten die Kantonalen Kunstturn-Meisterschaften. Seit 16 Jahren investiert Hitz einen grossen Teil ihrer Freizeit für ihre Leidenschaft, das Kunstturnen. 10 Stunden Training pro Woche gehören in dieser Sportart zum Alltag. Die Konkurrenz aus Rüti investiert gut und gerne das Doppelte, auch darum kann man den Erfolg von Hitz nicht hoch genug einschätzen.
 „Ich habe mich unglaublich gefreut, weil ich mich eigentlich damit abgefunden hatte, diesen Titel nie zu holen.“ Vielleicht ist es gerade dieser mentale Aspekt, den Hitz über sich hinaus wachsen liess. Seit ein paar Jahren haben sich bei ihr die Prioritäten verschoben. Das eigne Training rückte etwas in den Hintergrund, weil sie mehr Verantwortung bei der Leitung der Kunstturnriege Wädenswil übernahm. „Erst durch das Leiten ist mir aufgefallen, was ich alles falsch gemacht habe. Vorher hatte ich den Fokus dafür verloren.“

Dem Zuschauer stockt der Atmen, wenn Hitz am Stufenbarren um den tiefen Holmen wirbelt, den Griff löst, um nur Sekunden später den oberen Holmen sicher zu greifen und scheinbar mühelos in luftiger Höhe Höchstschwierigkeit an Höchstschwierigkeit reiht. In Bonstetten gelingt ihr an diesem Gerät die zweitbeste Übung aller Teilnehmerinnen. Kaum zu glauben, dass der Stufenbarren Hitz in den letzten Jahren am meisten Probleme bereitet hat. Seit einiger Zeit macht sie beim Sektionsturnen in Wädenswil mit. Hitz glaubt, dass sie durch das Turnen an den Ringen kräftiger geworden ist, was ihr vor allem bei ihrem Problemgerät, dem Stufenbarren, geholfen hat. Durch das Leiten und das Sektionsturnen hat Hitz wieder mehr Freude am eigenen Training bekommen und das hat sich in dieser Saison positiv auf ihre Leistungen ausgewirkt, zudem gelingt ihr in Bonstetten der perfekte Wettkampf. „Es ist mir an diesen Tag alles gelungen. Ich konnte alle meine Übungen sicher und sauber durchturnen, dass es aber zum Sieg gereicht hat, ist einfach unglaublich.“

Rondat, Flick-Flack, Rückwärtssalto mit einer Schraube. Wenn man Janine Hitz am Boden beobachtet, wie sie scheinbar mühelos gegen jedes Gesetz der Erdanziehung verstösst, lässt man sich schnell überzeugen, dass hier die beste Zürcher Amateurturnerin am Werk ist. Das Talent und die Leidenschaft fürs Kunstturnen hat Janine Hitz von ihrer Mutter Mona geerbt. Die Mutter hätte ihre Tochter allerdings lieber als Schwimmerin oder Ballerina gesehen. Als Janine Hitz fünf Jahre alt war, wechselte ein Freund vom MuKi-Turnen ins Kunstturnen, daraufhin wollte die kleine Janine auch ins Kunstturnen und obwohl sie nicht mit ihrem Freund ins Männerkunstturnen wechseln konnte, sondern zu den Mädchen musste, war sie vom ersten Moment an mit dem Kunstturnvirus infiziert. “Es hat mich einfach gepackt und nie mehr losgelassen.“ Schnell wird das Talent der jungen Kunstturnerin erkannt. Sie wird Mitglied des regionalen Trainingszentrums in Rüti. Lange Wege und viele Stunden in der Turnhalle sind die Folge. Zuviel für die damals Achtjährige. Sie verlässt das Regionalzentrum und geht zurück nach Wädenswil. „Für den enormen Aufwand war ich in diesem Alter noch nicht bereit.“ In Wädenswil kommt die Freude am Turnen schnell zurück und mit Gaby Huwyler findet Hitz eine Bezugsperson, die sie turnerisch enorm weiterbringt. Hitz eilt auf den verschiedenen Altersstufen von Erfolg zu Erfolg. Bald ist sie so gut, dass sie sich selbst trainieren muss, da in Wädenswil schlichtweg niemand mit ihr mithalten kann.

Hitz ist ein Bewegungsmensch, stillsitzen geht nicht. Wenn die 21jährige nicht an der ETH oder in der Turnhalle ist, findet man sie beim Beachvolleyballspiel mit ihren Kollegen am See oder im Winter auf der Skipiste. „Ich habe die Skilehrer-Ausbildung absolviert, aber meine vielen Verpflichtungen im Kunstturnen haben mich bis jetzt davon abgehalten, diese Ausbildung einzusetzen.“

Vor 5 Jahren dann erleidet sie nach einem Sturz vom Stufenbarren einen Wirbeldeckelbruch. Es folgt ein Jahr Pause. Hitz beginnt zu grübeln. „Das war keine einfache Zeit. Und ohne das Ziel, am Eidgenössischen Turnfest in Biel dabei sein zu wollen, hätte ich wohl mit dem Kunstturnen aufgehört.“ Sie erreicht ihr Ziel, sie turnt mit in Biel, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch weit weg ist von ihrem eigentlichen Leistungsvermögen.

Mindestens ein Jahr will Hitz jetzt noch weiterturnen und dann definitiv in die Riegenleitung wechseln, wo sie jetzt schon im neuen Dreierteam tätig ist. „Ich habe keine Angst aufzuhören, im Gegenteil, ich freue mich darauf, jungen Turnerinnen zu helfen, sich zu verbessern, Ängste zu überwinden und zu sehen, wie sie an den Aufgaben wachsen, nicht nur im turnerischen Bereich sondern auch menschlich.“ Hitz möchte möglichst viele Mädchen für ihre Leidenschaft gewinnen, darum organisiert der Kunstturnverein des TV Wädenswil, vor den Sommerferien, Schnuppertrainings für 5-6 jährige. „Für mich ist Kunstturnen viel mehr als Sport, es ist eine Lebensschule. “

Dieses Jahr hat Hitz noch ein grosses Ziel. Sie will an den Schweizermeisterschaften in Winterthur Ende September um ein Spitzenresultat mitturnen. Dies ist Janine Hitz durchaus zuzutrauen. Ihre Ziele erreicht sie eigentlich immer.

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